Hier finden Sie allgemeine Informationen rund um die gebräuchlichsten Ordonnanzgewehre.
Einige dieser Waffen befinden sich auch in meinem privaten Besitz.


Karabiner 98(k) - Deutschland

Technische Daten

Gewicht 3,9 kg
Gesamtlänge
112 cm
Lauflänge 60 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 5 Schuss
Magazinaufbau zweireihiges Mittelschaftmagazin mit abnehmbarem Magazindeckel
Kaliber 8x57mm IS

Der deutsche Karabiner 98(k) ist eine modifizierte, gekürzte Version des Gewehrs 98 mit dem weltbekannten, von Paul Mauser entwickelten,  Repetierverschluss. Der K-98(kurz) wurde 1935 offiziell bei der deutschen Wehrmacht eingeführt und diente den deutschen Streitkräften quasi als Hauptkampfwaffe während der gesamten Dauer des Zweiten Weltkriegs. Das Gewehr zeichnete sich für damalige Verhältnisse durch eine hervorragende Präzision aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Waffe in sehr großen Stückzahlen in den meisten Ländern, die unter deutscher Herrschaft standen, hergestellt. Nach dem Krieg gaben viele Länder - darunter etwa Norwegen, China, Israel und die ehemalige DDR - das Gewehr ebenfalls an ihre Truppen aus. In manchen Fällen wurde die Waffe auf andere Kaliber, wie etwa .30-06 Springfield oder .308 Winchester (bzw. 7,62x51) eingerichtet.
Über lange Zeit dominierten diese Gewehre die Ordonnanzgewehr-Turniere in Deutschland und die 98er-Systeme sind aufgrund ihrer Stabilität unter den Herstellern von Jagdwaffen weiterhin gefragt.


Lee-Enfield N°1, Mk. III - Großbritannien

Technische Daten

Gewicht 4 kg
Gesamtlänge
114 cm
Lauflänge 64 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 10 Schuss
Magazinaufbau zweireihiges, herausnehmbares Mittelschaftmagazin
Kaliber .303 British

Offiziell angenommen beim britischen Militär am 26. Januar 1907 als SMLE N°1, Mk. III, wobei sich Mark III auf die dritte Stufe der Weiterentwicklung bezieht. Die Waffe basiert auf Entwürfen von James Paris Lee und der Königlichen Waffen Manufaktur in Enfield. Die Waffe wurde dann aber auch in Australien und Indien gefertigt und wurde von den Streitkräften während des Ersten und Zweiten Weltkriegs geführt. Bei den SMLE's  handelt es sich wahrscheinlich um die Gewehre mit dem schnellsten Repetiermechanismus unter den Militärgewehren. Die Vollschäftung und der zweigeteilte Schaft machen sich beim Schießen positiv bemerkbar. Durch die durchgehende Schäftung wird das Hitzeflimmern über dem Lauf weitgehend vermieden und der unterbrochene Schaft erlaubt eine individuellere Anpassung an den Schützen. Allerdings besitzt es statt einer Lochkimme - wie bei den Nachfolgemodellen - nur ein reguläres Schiebevisier.


Lee-Enfield N°4, Mk.1 & 2 - Großbritannien

Technische Daten

Gewicht 4,1 kg
Gesamtlänge
113 cm
Lauflänge 64 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 10 Schuss
Magazinaufbau zweireihiges, herausnehmbares Mittelschaftmagazin
Kaliber .303 British

Das N°4, Mk. 1 wurde während des Zweiten Weltkriegs offiziell als Dienstgewehr bei den britischen Streitkräften eingeführt und ersetzte die Dienstgewehre der Ausführung N°1. Die Modelle, die vor den N°4ern und nach dem N°1, Mk. III ausgegeben wurden, könnte man als Zwischenstufen bezeichnen, wobei hier das Mk. V von 1922 am Anfang steht und bereits wieder 1926 vom N°1, Mk. VI abgelöst wurde. 1931 erfuhr dieses Gewehr eine weitere Abänderung und wurde dadurch zum N°4, Mk. 1; und obwohl schon relativ früh entwickelt, dauerte es noch bis 1939, bevor die Waffe an die Truppen ausgegeben wurde. Die verschiedenen Modelle des N°4 wurden in Großbritannien, Kanada, Pakistan und den USA hergestellt.
Die N°4-Versionen der "Smelleys" erfreuen sich großer Beliebtheit unter den deutschen Ordonnanzschützen, da hier eine lange Visierlinie, Vollschäftung, der zweiteilige Schaft und eine höhenverstellbare Lochkimme auf der Haben-Seite zu verbuchen sind.



Mosin-Nagant M-91/30 - Russland

Technische Daten

Gewicht 4,3 kg
Gesamtlänge
123 cm
Lauflänge 74 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 5 Schuss
Magazinaufbau einreihiges Mittelschaftmagazin
Kaliber 7.62x54mm Russian

Das russische Infanteriegewehr vintovka obrazets 1891/30 goda, besser bekannt als Mosin-Nagant M-1891/30 wurde 1930 bei der Sowjet-Armee eingeführt. Das Modell 1891/30 war eine verbesserte Version des Gewehrs M-1891, das von dem russischen Offizier Sergej Ivanovitsch Mosin in Zusammenarbeit mit dem Belgier Leon Nagant entwickelt wurde. Während des gesamten Ersten Weltkriegs, der Russischen Revolution und des Großen Vaterländischen Kriegs diente es als Standardwaffe der russischen Truppen. Bei Kriegsende war die gigantische Anzahl von mehr als siebzehn Millionen Stück dieses Gewehrmodells gebaut worden. Das M-91/30 wurde außerdem von den kommunistischen Streitkräften während des Korea-Kriegs im Kampf gegen die Truppen der UN eingesetzt und selbst während des Vietnam-Kriegs wurde es noch von etlichen nordvietnamesischen Soldaten benutzt. Das M-91/30 wurde hauptsächlich in den staatlichen Arsenalen in Izhevsk und Tula gefertigt.
Aufgrund des groben Finishs, des oftmals schlechten Allgemeinzustands und der - zumindest für die hiesigen Ordonnanzschützen - ungewohnten Abzugscharakteristik (kein definierter Druckpunkt) genießt das Infanteriegewehr M-1819/30 unberechtigterweise nicht gerade den besten Ruf unter den Schützen. Dies wirkt sich aber wiederum günstig auf den Preis aus.



Gewehr M-1896 - Schweden

Technische Daten

Gewicht 4,1 kg
Gesamtlänge 125 cm
Lauflänge
74 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 5 Schuss
Magazinaufbau Mittelschaftmagazin
Kaliber 6,5x55mm Swedish

Am 3. November 1893 führte Schweden die Patrone 6,5x55 als Ordonnanzkaliber ein. Kurze Zeit später folgte die Annahme eines Repetiergewehrs des Waffenentwicklers Mauser, das diese Patrone verschoss. Das Militärgewehr wurde nahezu unverändert von 1896 bis 1938 hergestellt. Durch die Nutzung dieser Waffen/Patronen-Kombination waren die Schweden ihrer Zeit weit voraus, denn lange bevor andere Staaten sich mit der Einführung des 5,56er NATO-Kalibers und anderer militärischer "Kleinkaliber" befassten, hatten sie deren Vorzüge erkannt. Offiziell als Gevär m/96 bezeichnet, ist es unter Sammlern und Schützen auch als "Schweden-Mauser" bekannt und geschätzt.
Schweden-Stahl wird als Begriff verwandt, um den speziellen Waffenstahl zu benennen, den die Schweden und Mauser bei der Herstellung dieser Gewehre benutzten. Die Schweden waren der Ansicht, dass dieser spezielle Stahl allen anderen überlegen war. Als Mauser den Zuschlag für die Herstellung und Lieferung der neuen Gewehre erhielt, musste er sich verpflichten, ausschließlich diesen Stahl zu verwenden.

Kein Wunder also, dass der Schweden-Mauser auch heute noch unter den Ordonnanzschützen zu den Top-Favoriten zählt.


Karabiner M-1938 - Schweden

Technische Daten

Gewicht 3,85 kg
Gesamtlänge
112 cm
Lauflänge 59 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 5 Schuss
Magazinaufbau Mittelschaftmagazin
Kaliber 6,5x55mm Swedish

Der schwedische Karabiner m/38(hergestellt von 1941 bis 1943) basiert auf dem Design des schwedischen Militärgewehrs m/96-38, bei dem es sich um ein modifiziertes Gevär m/96 mit neuem und kürzerem Lauf handelt. Die Lauflänge des m/38 beträgt lediglich knapp 59 Zentimeter, was rund 15 Zentimeter weniger ist als beim Gevär m/96. Beim Gevär m/38, so die offizielle Bezeichnung, handelte es sich zwar um eine komplette Neukonstruktion, es wurden jedoch nur wenige Änderungen gegenüber dem m/96 vorgenommen. Diese bestanden unter anderem in einem gekürzten Lauf, einer neuen Visierung und einem abgewinkelten Kammerstengel. Der m/38 steht ebenso für Qualität, Anmut und Schönheit, wie die anderen Schweden-Mauser.


Schmidt-Rubin K-31 - Schweiz

Technische Daten

Gewicht
4 kg
Gesamtlänge
111 cm
Lauflänge
65 cm
Kategorie
Geradezug-Repetiergewehr
Magazinkapazität 6 Schuss
Magazinaufbau zweireihiges Mittelschaftmagazin, abnehmbar
Kaliber 7,5x55mm Swiss

Der Schweizer Karabiner, Modell 31, oder auch besser bekannt als Schmidt-Rubin K-31 wurde im Jahr 1933 bei der Truppe eingeführt und blieb bis 1958 im  Dienst der eidgenössischen Armee.  Die Waffe basiert auf einer ganzen Reihe von Geradezug-Repetierern, ausgehend vom Schmidt-Rubin Modell 1889.  Rubin zeichnete für die Entwicklung der Militärpatrone verantwortlich, die mit Schmidt's  Konstruktion kombiniert wurde. Daraus entstand ein äußerst präzises, mit einem abnehmbaren Kastenmagazin bestücktes Gewehr mit Geradezug-Verschluss, das es dem Soldaten ermöglichte, einen sehr schnellen Repetiervorgang durchzuführen, in dem er einfach den Kammerstengel vor und zurück bewegte. Diese Konstruktion war für die damalige Zeit geradezu revolutionär für ein Militärgewehr. Aufgrund des andersartigen Repetiervorgangs musste der Soldat sich nicht aufrichten, um nachzuladen und bot so dem Feind kein Ziel.
Die Schweizer waren von je her bestrebt, für die Landesverteidigung nur die besten und präzisesten Waffen an ihre Soldaten auszugeben. Deshalb hat sich der K-31 innerhalb kürzester Zeit auch einen vorderen Platz in der Top-Ten der Ordonnanzgewehrschützen sichern können. Die Waffe verfügt unter Anderem über eine sinnvolle Vollschäftung, ein wiederladefreundliches Kaliber mit hoher Eigenpräzision, sowie einen Abzug, der in Sachen Abzugsgewicht und -kultur seinesgleichen sucht.


U.S. M-1917 - USA

Technische Daten

Gewicht 4,2 kg
Gesamtlänge
118 cm
Lauflänge
66 cm
Kategorie
Repetiergewehr
Magazinkapazität 6 Schuss einzeln geladen,  5 Schuss auf Ladestreifen (die 6. Patrone kann aber zusätzlich von Hand zugeführt werden)
Magazinaufbau zweireihiges Mittelschaftmagazin mit abnehmbarer Bodenplatte
Kaliber .30-06 Springfield (7,62x63mm)
Als sich die Vereinigten Staaten von Amerika auf den Eintritt in den Ersten Weltkrieg vorbereiteten, erkannte man sehr schnell, dass die vorhandene Stückzahl an M-1903 Springfield-Gewehren nicht ausreichend sein würde und die Produktionen dieser Modelle auch kaum noch gesteigert werden könnte.
Die amerikanischen Firmen Remington, Winchester, sowie das Remington-Eddystone Arsenal hatten aber just zur gleichen Zeit einen Kontrakt an P-14 Gewehren im Kaliber .303 British für Großbritannien abgearbeitet und schlugen deshalb vor, auf den bestehenden Maschinen in ihren Werkshallen eben dieses P-14 im amerikanischen Kaliber .30-06 Springfield herzustellen. Die Firmen-Bosse argumentierten, dass nur so unverzüglich eine Produktion der dringend benötigten Gewehre für die U.S. Streitkräfte erfolgen könne. Das war die Geburt der U.S. Rifle, Caliber .30, Model of 1917, unter Sammlern und Schützen inoffiziell auch kurz P-17 genannt.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das M-1917 vollständig durch das M-1903 ersetzt, da es unter den U.S. Soldaten keinen allzu guten Ruf genoß - jedoch völlig zu Unrecht. Zwischen den Weltkriegen fristete das Gewehr sein Dasein in den Arsenalen. Während des Zweiten Weltkriegs diente die Waffe zur Bewaffnung von mit den U.S.A. verbündeten Truppen, sowie eigenen Truppenteilen, die überwiegend in der Etappe stationiert waren. Nach Kriegsende ging das M-1917 als Hilfslieferung an viele Nationen. Aufgrund seiner außerordentlich langen Visierlinie, der verstellbaren Lochkimme, der Vollschäftung, des hohen Waffengewichts und des sehr wiederladefreundlichen Kalibers erwarb sich dieses Gewehr weltweit einen ausgezeichneten Ruf unter den Ordonnanzschützen.


U.S. M-1903 Springfield - USA

Technische Daten

Gewicht 3,9 kg
Gesamtlänge
110 cm
Lauflänge
61 cm
Kategorie
Repetiergewehr (modifiziertes Mauser-System)
Magazinkapazität 5 Schuss
Magazinaufbau zweireihiges Mittelschaftmagazin mit abnehmbarer Bodenplatte
Kaliber .30-06 Springfield (7,62x63mm)
Das Gewehr U.S. Model 1903 Springfield, gebaut von 1903 bis 1945, ersetzte den Krag-Jorgensen-Repetierer und war die Hauptkampfwaffe der U.S. Streitkräfte bis 1936 als es durch den M-1 Garand abgelöst wurde. Einige Varianten des Modells 03 dienten jedoch bis in die Zeit des Vietnam-Kriegs, wo sie in Form des 1903A4 als Scharfschützengewehr eingesetzt wurden.
Aufgrund der sehr guten Verarbeitung, des weit verbreiteten Kalibers und der hohen Eigenpräzision steht auch diese Waffe bei den Ordonnanzschützen weiterhin hoch im Kurs.


U.S. M-1903A3 - USA

Technische Daten

Gewicht
3,9 kg
Gesamtlänge
110 cm
Lauflänge 61 cm
Kategorie
Repetiergewehr (modifiziertes Mauser-System)
Magazinkapazität 5 Schuss
Magazinaufbau zweireihiges Mittelschaftmagazin mit abnehmbarer Bodenplatte
Kaliber .30-06 Springfield (7,62x63mm)
Im Jahr 1942 überarbeitete die Firma Remington Arms das Gewehr 1903 unter Verwendung von Stanz- und Prägeteilen und lieferte es unter der Bezeichnung U.S. Model 1903A3 aus. Das 1903A3 wurde sowohl bei Remington als auch bei Smith-Corona gebaut. Die auf dem Design des 1903A3 basierende Scharfschützenvariante, das 1903A4, kam während des Zweiten Weltkriegs, des Korea-Kriegs und zu Beginn des Vietnam-Kriegs zum Einsatz.
Die offensichtlichsten Unterschiede (für den Laien)  zwischen einem Gewehr 1903 und 1903A3 sind:
der Schaft des Modells 03A3 wirkt einfacher und schlichter als der des Modells 1903;
die Kimme des 03A3 befindet sich nicht mehr als aufklappbares Rahmenvisier über dem Lauf, sondern als höhen- und seitenverstellbare Lochkimme am hinteren Ende des Verschlusses;
die Metallteile des 03A3 sind parkerisiert, wohingegen das 1903 brüniert wurde;
der Magazindeckel des 03A3 lässt sich nicht entfernen, sondern ist integraler Bestandteil des Abzugsbügels.
Aufgrund der durchdachten Konstruktion und der hervorragenden Qualität zählt dieses Gewehr sicherlich zu den Top-Favoriten unter den Ordonnanzschützen. Leider macht sich dies auch im Preis bemerkbar.


U.S. M-1, Garand - USA

Technische Daten

Gewicht
4,3 kg
Gesamtlänge
111 cm
Lauflänge
61 cm
Kategorie
Selbstladegewehr (halbautomatisch)
Magazinkapazität 8 Schuss
Magazinaufbau Mittelschaftmagazin mit Ladeclips
Kaliber .30-06 Springfield (7,62x63mm)
Das Gewehr U.S. M-1 Garand .30 Rifle wurde ursprünglich von dem kanadischstämmigen John Garand - zum damaligen Zeitpunkt Angestellter des Springfield Armory - für das Kaliber .276 entwickelt. Die Armee wollte jedoch  kein gasdruckbetriebenes Selbstladegewehr in diesem Kaliber und forderte hingegen eine Version im bereits vorhandenen Kaliber .30(-06). Das M-1 wurde schließlich 1936 von der U.S. Army angenommen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der "Garand" auf beiden Kriegsschauplätzen (Europa/Pazifik) eingesetzt. Es war bei den G.I.'s sehr beliebt und funktionierte auch unter harschen klimatischen Bedingungen, wie extremer Kälte oder tropischer Hitze. Das M-1 war auch noch während des Korea-Kriegs die Hauptkampfwaffe der U.S. Infanterie wurde bis zum Jahr 1957, als es durch das M-14 ersetzt wurde, in großen Stückzahlen gefertigt.
Auch bei diesem Gewehr steht "made in U.S.A." für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Präzision. Damit hat sich der M-1 Garand einen festen Platz unter der Anhängerschaft der Ordonnanzschützen erobert.